Dr. Monika Jäckle

Gestalttherapeutin, Traumatherapeutin

In meiner Arbeit geht es mir darum, in einem haltvollen Rahmen eine Bewusstheit der eigenen Gefühle, Empfindungen und Resonanzen zu ermöglichen. Diese wiederzubeleben, im Ausdruck zu verkörpern, Erfahrungen neu zu verhandeln, in Not geratene Anteile wieder auf- und anzunehmen und daraus neue Erzählungen der Lebensgeschichte zu formulieren – darin sehe ich meine Aufgabe und meine Sorgfalt in der therapeutischen Begegnung.

Für mich ist der therapeutische Dialog eine Hin- und Herbewegung, ein Auf und Ab von Spannungen, von Berührung und Trennung. Dabei orientiere ich mich am polaren Widerhall, am Sichtbaren und Unsichtbaren der Wahrnehmung, am Anstößigen, um so anstoßen zu können. Neben der primären Erfahrungstiefe im therapeutischen Kontakt liegt mir eine reflexive Gestaltung von Beziehungen am Herzen: darunter verstehe ich eine (differenz-)sensitive Haltung gegenüber Schichtunterschieden, Sexismen, Rassismen, kulturellen Unterschieden, Stigmatisierungen von Behinderten und Kranken, welche verdeckte Machtmechanismen offenlegt und damit soziale Veränderung ermöglicht.

Seit 2004 bin ich als Erziehungswissenschaftlerin an der philosophisch-sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg tätig und seit 2011 Modulbeauftragte für die Ausbildung von Beratungslehrer*innen.

Ob nun Bildung, Persönlichkeitsentwicklung oder Wachstum: Ich bin überzeugt, dass sich Lernen auf der Erfahrungsebene vollzieht – in der sich Denken, Handeln, Fühlen und Empfinden verbindet. Integration braucht Erleben (Bewusstheit) und Verstehen (Bewusstsein) – dies sind wesentliche Pole meines therapeutischen Verständnisses einer Arbeit „an der Grenze“.

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